Türmer und Schleuser

Ich seh in der Ferne,
Ich seh in der Näh,
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh,
So seh ich in Allem
Unendliche Zier
Und wie mir’s gefallen
Gefall ich auch mir
Ihr glücklichen Augen
Was je ihr gesehen,
Es sei wie es wolle,
Es war dennoch schön
(Goethe, Auszug aus  Faust I )


DER SCHLEUSER

Ich seh in der Ferne
Ich seh in der Näh
Den Turm und die Wolken
Den Einbaum und die See

Ich seh auf dem Flusse
Ich seh in der Höh
Die sich türmenden Wolken
Den einsamen Türmer flussabwärts-Adee

Wohin ich auch schaue
ich komme
und geh
ob ich die Wolken sich türmen
oder das Licht freigeben seh

Wie die viertürmige Schleuse sich
öffnet für das große ahoi
Oder in stehender Stille sich schließt
Für die sanfteren Ströme belichtet stets neu

So seh ich im Fließen
und Einbaumruderfallen
Die Unendliche Schönheit
Des Alles in Allem

Ihr glücklichen Augen was je
Ihr gesehn
Ob Türmer ob Schleuser
Es war dennoch schön

(inspiriert von der Szenerie an der Donauschleuse zwischen Ulm und Thalfingen)

Alarmstufe Gelb

Die Schnecken fraßen die Sonnenblumen
Die Mücken schwärmen wie Heuschrecken

Alarm, Alarm, Alarm
Es war Nachts kalt und jetzt wird es wieder warm

In den Nachrichten Bilder von Bränden
Und Schwemmen ans Haus gefesselt
Der Menschheitshass grassiert
Nachteil: Kein Land zum Wegrennen

O Schreck, O Schreck
Endlich gut Wetter
Doch alles ist ausgebucht und
wir sind arm
O Schreck wir kommen hier nicht weg

Ich würde radeln oder trampen
Sie träumt von Geld
Bei ner Doku über das Campen

Es wird uns bald zu heiß
Weil ohne Güsse warm
Nur neue Nachrichten und
Und neue Sirenen
Und Urlaubsbilder von
Diesen und jenen

Keiner will noch Freiheit nur die Jungen lärmen, posen und pöbeln
Meine Seele ist niedergeschlagen
Auf der Straße ein Konvoi
Von wohnmobilen Wagen
Und ich steh mit dem Vorschlaghammer
vor den alten Möbeln
Meine Freundin übernimmt
Jetzt das Pöbeln

Neue Clubs höhere Zäune
Neue Migranten
Neue Schlagbäume
Und bei uns unerfüllte
Wanderträume

Alle wollen Sicherheit,
Viele nicht verstehen,
Das es anderen nicht
Gut geht nur weil
Sie auf Nummer sicher gehen

Der Lichtstrahl

Bei den Weingärten, im Nebel sucht das Licht seinen Weg bei den Weingärten

weiße Hühnchen und eine Hand voll Sand Oh sage mir wo diese Blume blüht wie liebst Du im Sonnenschein oh Strahl der Du auch im Licht leuchtest

Die fremden Tage der Unseeligkeit sind  nun vorbei und spielen mit der rollenden Zeit die doch nur ein Moment zugleich Unendlichkeit

Und die Frage dessen die auch Antwort ist stellt sich sogleich welche im Gegensatz

Kreuze die Zeit –  Liebe den Schlot des Vulkans Spring mit Gewissheit hinein Trage dein Bild mit Liebe – Geduld und Demut  mit ein.

©Björn Berger ’98

Hausbau und Isolation

Kein Halt, Kein Wuchs, Kein Ur

Planet B.SOS

Zirkus Krone 72 Jahre
Appsolute Demokratie
Weckers Welt
Die Utopie von Evony and Ivory

ARMER Mann gemeiner MANN

Zwischen Willkür und Diktat
Zwischen Geld und Staat
Appsolutistische Demokratie
Bürokratisch technische Vergiftung
Mitwelt-Misantrophie

Kampf der Selbstlaute wo es ums Ganze geht, lärmende Mittlautmelange
Alles rot stellt sich orange
Und sinnt heimlich auf Revanche

CLUB ORANGE

Planet B: Im Weltraum
Gefangen im Netz verlustiert
Babelsberg Bocks-B-Seiten
Der Caterpillar planiert
Die Gedärme saniert

Armer Mann trifft reichen Mann
beide sehn sich lange an…

Bei den Armen und den Gendarmen:
Neid is nice und Geiz ist geil
Wie Rauch und Kunst
Vorzeigen auch und und abstumpfen
Wer überleben will zeigt den Herrschern Gunst

Aus dem FFF- Camp vertrieben

Planet Besos und alle andern im
Überlebenszwang auf der Suche nach den Pesos

Rattenhöhle

Arbeitslos Im Stadtraum verloren
Im Allkampf verlustiert

Vom Antirassismusfestival gejagt
Ins Münster geflüchtet
So ziemlich am Leben, so ziemlich
vertiert

Michael sticht zu:


DIE ALTE ERDE WIRD VERKONSUMIERT.

Nektarinen

Nektarinen Nektarinen sind glatt und prall Nektar innen ist außer sich sein Sehen ist Sehnen

Nektarinen sind glatt und prall

Doch hör ich’s nur summen und mähen

Nektar innen ist außer sich

Sein Sehen ist Sehnen

So wie des Durstes Pflicht der um der Frucht Gesicht Wespen und Menschen verflicht

Den Kern essen sie nicht

Fruchtfleisch orange und feucht nach dem der Gaumen lechzt und um welches der Wespenchor fleucht

Mensch ist nicht satt doch bedroht – Die Fleischfäden am Kern schimmern weiß und rot

Nektarine ist nicht mehr da – Kern vom Ursprung zu fern, wird geordnet ent-fernt

Nektar Innen ist inständig sah die Wespen – sah die Menschen- sah die Formen und Gefühle, Nektarinen und Esser

kommen und gehen

Ein fremder und harter Kern ließ Nektar Innen bestehn- Als Geistgestalt als Wortesbrot hinübergehn

26/06/21 Farounfirewater