Schreibenwischer

Wo kämen wir hin, fragst du. Uns ich frage mich wohin wir kämen, wenn keiner ginge und schaute wohin wir kämen, wenn wir gingen. (Erich Fried)

Regen prasselt an die Scheiben
Es ist Zeit es aufzuschreiben!

All das Kleine-all das Schöne,
All die Blüte-all die Güte.

O die Augen-ach die Seelen,
Wenn ich in sie Ziele;
was kann ich verfehlen?

Alles was bleibt, bleibt zurück in allem was ist, fehlt ein Stück

Eine schöne Rose ohne Duft, ein Blick und tiefe Kluft. Zwischen Augen zwischen Seelen- Ich ziel auf sie. Kann nicht verfehlen

Augen sind Wege, Augen sind Brücken, Augen schließen manche Lücken. Augen hast du, Augen hab ich; warum schauen wir nicht?

Copyright Daniel Baz 27.04.03

(copyright Daniel Baz 03)

Berliner Weiße

Es geht ums Ganze

“Alle großen Dinge müssen erst furchtbare, monströse Masken tragen
um sich ins Herz der Menschheit einzugraben” (Nietzsche)

Hörempfehlung:

Bob Dylan:I made up my mind to give my self to you

Weißt du noch im Herbst letzten Jahres
In Wien da wollten sie mit Masken
Für Grundrechte zum Steffl ziehn

Weißt du noch letzten Sommer
Im Tiergarten Berlin
Da pflücken ein paar Versprengte
Cornell-Kirschen drin

Weißt du noch wir ham Gaza Strip
Auf unsre Masken geschrieben
Du lerntest mich aloha
Ich dich nafeth… wir liebten

Du hast Nai gesagt!
Nai Du!
Egal der Berghain
War zu

Mir haben Mist gebaut
Von dem wir denken konnten
Das da was drauf wächst
Ham draußen geschlafen
Statt mit der Ex

Wir waren da mit alten Männern
Rockern, Volksmusikern, Pennern
Draußen für einen Atem
An der Berliner Luft
Raus aus der Isolation der Gruft

Wir waren nicht mehr viele
Denn wir waren weitgereist
Und zu spät doch es war ein
Kosmos und jeder ein Planet

Und wir wagten es zu wagen
Unsere Paraden mit Lautsprecherwagen
auf ein vertiefendes Lager hin
An den blauen Horizont zu vertagen

Berlin hat einen Großen Tiergarten
Und Wir redeten und lachten
Und zürnten da irgendwo
Irgendwo zwischen BIOS und ZOO

Und am Abend dann gingen wir
Romantischer als es romantisch sein
Kann den Schiffen winkend den Landwehr-Kanal entlang

Viele dachten Rot, viele dachten Rosa
Komödiantinnen, Spieler und Wochendposer, die Leinen waren los
Der Himmel war rot, die Wolken groß

Es gab ein Wir und viele Ich und Du’s
Und daraus entwickelten sich
Bye the way so manche
Begegnungs-To-Do’s

Wir spielten Theater
Vor dem Theater des Westens
Und liebten das Untergehn
Im spielfreudigen Rauch
Des Vergessens

Wir suchten die schwarzen Wolken der Massen da begann mein holdes Auge
Eine hohe Cirrus zu erfassen
Nichts mehr zu erreichen
Nichts mehr zu hassen

Berliner Weiße
Sie war so weiß und Ungeheuer oben
Hat mir das Herz gerichtet, das
Rückgrat hochgebogen

Copyright Farounfirewater (created 27082008 )

Titelbild: Buchcover Alexander Wiechec, Es geht ums Ganze

Die schwarze Rose

“Die Farben sind Taten des Lichts,Taten und Leiden”
(Goethe)

Senken sich die Blumenlider
Wenn es Nacht wird selbst
Härmt Sie sich, die schwarze Rose,
Auch bei Tage vor der Welt

Denn sie muss sich selber heilen,
Kann nicht ganz ihr Blut verteilen
Unterm Himmelszelt

Härmt sich vor der Sonne Gluten,
Vor der Urgewalt der Fluten
Und des Wachstums
Schicksalsmächten
Sieht nur die blaue Blume in den Nächten

Ist nicht ganz eingetaucht in den
goldenen Rosenbrunnen
Muss im dunklen Körperkleid
lärmend und gelähmt verstummen

Sie sehnt sich sehnsüchtiglich
Nach ihrer weißen Farbe,
Die sie verlor als sie im Triebe war
Und blickt auf ihr Narbe

Sie muss auch in die Nächte
Blicken voraus den Armen
und den Heißen: Hoffnungs-
Mächte schicken
Lässt sie doch auf die Schwäch
Der Rose ohne Rosengarten blicken

Mussten auch so manche Blätter knicken, in Überforderungen,
Hastigkeiten, Hektiken

So heilt sie in der Dunkelheit
Sehnst sich nach dem Gelb
Der Geistigkeit, die sich in die
Weisheit ihres aufgehellten Wesens
schreibt

Aus blauer Sehnsucht
und wärmendem Geist
Entspringt ein
helles Grün nun leis

Schwarz bleibt ewig
Wie auch weiß…

Senken sich die Blumenlider
Wenn es Nacht wird selbst,
Stürzt sie sich, die weiße Rose
auch in die Finsternis der Welt

Weil die Rote in der Sehnsucht
In der Liebe zu der Welt
Mit der weißen und der Schwarzen goldgelb erhellt zusammenhält

Deshalb sehen sich die Rosen
Zwischen Großtonnage und Bitumen
umstanden von mächtigen Sonnenblumen

Und ist nicht Wind Veränderung
Die das Rosenblut zerfließen lässt
In schwarz-rot-goldnen Bahnen
Aus dem Gold der Ahnen

Copyright Daniel Baz

Alarmstufe Gelb

Die Schnecken fraßen die Sonnenblumen
Die Mücken schwärmen wie Heuschrecken

Alarm, Alarm, Alarm
Es war Nachts kalt und jetzt wird es wieder warm

In den Nachrichten Bilder von Bränden
Und Schwemmen ans Haus gefesselt
Der Menschheitshass grassiert
Nachteil: Kein Land zum Wegrennen

O Schreck, O Schreck
Endlich gut Wetter
Doch alles ist ausgebucht und
wir sind arm
O Schreck wir kommen hier nicht weg

Ich würde radeln oder trampen
Sie träumt von Geld
Bei ner Doku über das Campen

Es wird uns bald zu heiß
Weil ohne Güsse warm
Nur neue Nachrichten und
Und neue Sirenen
Und Urlaubsbilder von
Diesen und jenen

Keiner will noch Freiheit nur die Jungen lärmen, posen und pöbeln
Meine Seele ist niedergeschlagen
Auf der Straße ein Konvoi
Von wohnmobilen Wagen
Und ich steh mit dem Vorschlaghammer
vor den alten Möbeln
Meine Freundin übernimmt
Jetzt das Pöbeln

Neue Clubs höhere Zäune
Neue Migranten
Neue Schlagbäume
Und bei uns unerfüllte
Wanderträume

Alle wollen Sicherheit,
Viele nicht verstehen,
Das es anderen nicht
Gut geht nur weil
Sie auf Nummer sicher gehen

Wallfahrt statt Irrfahrt

Wallt! Wallt bald!
Wald. Wählt Wald.
Wählt Waldweg. Bald Wald weg.
Welt. Wollt Wald.
Waldwall-Wallweg-Welt.
Fehlt Feldweg, fällt Feld weg,
fällt Welt weg. Fällt Wald, fehlt Welt.
Wallt! Wallt bald! Wählt Wald.
Wählt Wallen. Wollt Welt.
Feld. Fällt. Wählt. Welt. Wollt. Wald. Wallt bald.

[(Aus Alexander Wiechec’s Buch Goethekaufhaus, Kapitel Vier, die Bestellung aus dem Internet),ich entschuldige die Rückname der von Alex gewählten konkreten Form die ich mit meinen Bordmitteln gerade nicht wiederherstellen kann. faroun]

Der Lichtstrahl

Bei den Weingärten, im Nebel sucht das Licht seinen Weg bei den Weingärten

weiße Hühnchen und eine Hand voll Sand Oh sage mir wo diese Blume blüht wie liebst Du im Sonnenschein oh Strahl der Du auch im Licht leuchtest

Die fremden Tage der Unseeligkeit sind  nun vorbei und spielen mit der rollenden Zeit die doch nur ein Moment zugleich Unendlichkeit

Und die Frage dessen die auch Antwort ist stellt sich sogleich welche im Gegensatz

Kreuze die Zeit –  Liebe den Schlot des Vulkans Spring mit Gewissheit hinein Trage dein Bild mit Liebe – Geduld und Demut  mit ein.

©Björn Berger ’98