I don’t want you to stay at home

Mick Pini Band live im Engel-Bartenbach

Freudig war das Wiedersehen nach dem Mick Pini 8 Monate nicht mehr zusammen mit seiner Band gespielt hatte. Und das auf dieser vertrauten und wunderschönen Bühne vor dem Engel in Bartenbach,mit ihren circa 70 Plätzen umrankt vom wilden Wein und geschützt von einem großen Kastanienbaum. Ihr Motto: Große Künstler auf kleiner Bühne.
Pini steht für UK-Blues einige seiner Alben hat in den 80ern Mike Vernon, ” the man who braught blues to England”-meint der Italiener, produziert.

Blues comes from the earth

Heute ist kein Platz frei in Bartenbach
-fühlt sich komisch an, aber aus England hört man die neue Freiheit sei soweit “save”. Uwe Jesdinsky der Mann am Bass, hat den “Jumping Blues” geschrieben. Tanzen ist ja noch verboten. Wie zum Trotz reizt Pini-vermittels zündender Soli und Wechselspiele-seine Band zu einer mitreißenden Spielfreude.
Der Spielfreunde sind da mit Klaus Brosowski an den Keys und Dave Horner
vier. Und alle spielen gut und gerne zusammen. Und so ist “Mick” in little Wing dankt er seiner Tochter Daniela, die er zum Gitarrenspiel ermutigte, dass sie im das Intro des Hendrix-Songs beigebracht habe. Hier steht ein Meister der Erzählung der Magie des Miteinanders. Und das ist es nach dem sie hier dürsten. Vom Duft von frisch Serviertem umweht spürt man das der Hunger auf Kultur und Entgrenzung im meist Älteren Publikum voll durchschlägt. Und ja-das muss man ja zu dieser Rechtssituation schon als politischen Ungehorsam werten- eine Frau tanzt. “Man darf sein Leben nicht von Corona diktieren lassen”, sagt sie- Ein Statement.

I wanna come playing again

Der Mann der Ende der 90er schon den Talking Blues gewonnen hat spürt bei Otis Readings Stück “She’s real” sein Publikum genau. Bei Jimi Hendrix und Dylan(US-Blues) ein großes Vorbild kochen die trunkenen Gemüter. Hey Joe lässt er zur Freude aller mit einem hinter dem Rücken gespielten Cream-Solo enden.
Jetzt nach dem Muddy Waters Klassiker, “I just wanna make love to you” als die Crowd und er wie zusammengewachsen scheinen, spricht er sieben Minuten lang über Liebe und Hass in schwierigen Zeiten, gerade für Künstler. I don’t want you to stay at home, I don’ t want you to stay alone, I just wanna make love to you.

Blues gonna be the way

Mit einer Liebeserklärung an den Blues und einer Versicherung das er niemals sterben werde endete diese beschwörungshafte Szene die in den Song “standing in the rain” mündete. Ein bißchen Abkühlung brauchte zumindest der 72 Jährige jetzt. Seine Gibson-Gitarre, die er nun statt der Fender aufschnallte läutete nun eine kontemplative Endphase ein. “Blues is gonna be my way” vom letzten Album Into the distance erklang, wer es nicht vorher schon wusste, Mick Pini löst dieses Versprechen in strahlender Authentizität, Kreativität und dreckiger Spielfreude ein. Bei der Zugabe “Woke up this morning” musste Pini sich hinsetzen und doch feierten ihn die Leute. Denn wie lange hatte niemand mehr ausgedrückt was fühlten. Blues so meint Pini einmal: “Blues is the expression of a truth that you can’t change.”

Author: farounfirewater

"Ich bin nur ein kleiner Wicht, der der Welt das Recht abspricht, dass sie mir das Rückgrat bricht "(Auszug D.B 97)

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